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Herzlich willkommen auf der Internetseite des CANSAS-Studienverbunds.

An dieser Stelle finden Sie aktuelle Informationen zum Aufbau des CANSAS-Netzwerks und dem Ablauf der einzelnen Studien.

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Fachtag am 06. Juni 2017 in Hamburg

Aus den Teilprojekten des CANSAS-Netzwerkes liegen abschließende Ergebnisse vor, die wir bei einem Fachtag am 06. Juni 2017 in Hamburg diskutieren möchten.
Besonderen Stellenwert hat dabei die Frage, wie die wachsenden Erkenntnisse zu Zusammenhängen zwischen Sucht und Gewalt weiter in die Praxis integriert werden können.
Die Teilnahme am Vormittagsprogramm des Fachtages ist kostenlos. Zusätzlich können Workshops besucht werden, die in die Hamburger Suchttherapietage (www.suchttherapietage.de) integriert sind aber auch unabhängig davon gebucht werden können. Hier finden Sie den Flyer zum Fachtag mit weiteren Informationen und der Anmeldemöglichkeit.
cansas

Struktur

- Organigramm der CANSAS-Studie, bestehend aus drei Projekt-Clustern mit je zwei Projekten

Über CANSAS

Suchtprobleme gehören einerseits zu den wichtigsten Ursachen, andererseits zu den häufigsten Folgen früher Gewalt und Vernachlässigung. So zeigen Auswertungen von Gerichtsakten, dass bei etwa der Hälfte aller Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung Suchtprobleme der Eltern eine Rolle spielen. Personen, die in ihrer Kindheit Misshandlung oder Vernachlässigung ausgesetzt waren, entwickeln zu etwa 20% im Laufe ihres Lebens eine Suchterkrankung. Ein Drittel aller Personen, die eine Traumatherapie beginnen, weisen Suchtprobleme auf und etwa die Hälfte aller Personen in Suchtbehandlung haben frühe Misshandlung oder Vernachlässigung erlebt.

Aktuelle Forschungsbefunde legen nahe, dass psychologische und biologische Faktoren, die an der Regulation von Stress und Emotionen beteiligt sind, für den Zusammenhang zwischen früher Gewalt und der späteren Entwicklung von Suchtproblemen von Bedeutung sind. Umgekehrt sind Störungen der Emotionsregulation ein wichtiger Risikofaktor für die Ausübung von Gewalt durch suchtkranke Eltern. In Bezug auf beide Perspektiven, substanzbezogene Störungen als Ursache und als Folge früher Gewalt, ist es notwendig zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Risikofaktoren zu gelangen, damit angemessene präventive und therapeutische Ansätze entwickelt werden können.

Dies ist auch deshalb besonders wichtig, da die etablierten Behandlungsansätze für Betroffene früher Gewalt und Vernachlässigung den besonderen Bedürfnissen von Personen mit Suchtproblemen in vielen Fällen nicht ausreichend gerecht werden.

 

Vor diesem Hintergrund verfolgt das CANSAS-Netzwerk folgende Ziele:

 

  1. Zusammenhänge zwischen den beiden wichtigen Public-Health-Problemen „Substanzmissbrauch“ und „frühe Gewalt“ besser zu verstehen,

  2. Spezielle Behandlungsansätze für Betroffene auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen,

  3. Hilfseinrichtungen darin zu unterstützen, frühe Gewalterlebnissen bei Suchtkranken und das Risiko von Eltern mit Suchtproblemen, Gewalt gegen ihre Kinder auszuüben, besser einzuschätzen.

 

Das CANSAS-Netzwerk bringt dazu in einem interdisziplinären Ansatz Experten aus den Bereichen Prävention, Therapie, Epidemiologie, Grundlagen- und Versorgungsforschung zusammen, die in aktuell sechs durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Teilprojekten überregional zusammenarbeiten.